Dieses Dokument ist ein Muster-Entwurf und noch nicht anwaltlich geprüft. Es stellt keine Rechtsberatung dar und begründet keinen Anspruch auf rechtliche Vollständigkeit, Richtigkeit oder Eignung für einen konkreten Einsatzzweck.
Dieser Vertrag zur Auftragsverarbeitung (nachfolgend „AVV“) wird geschlossen zwischen
dem Kunden [Firma, Rechtsform, Anschrift, gesetzlicher Vertreter — vom Kunden auszufüllen]
— nachfolgend „Verantwortlicher“ im Sinne des Art. 4 Nr. 7 DSGVO —
und
skillbox.nrw GmbH, vertreten durch Lars Malkus, Werdohl, Nordrhein-Westfalen
Betreiberin der Plattform SauerlandAI
— nachfolgend „Auftragsverarbeiter“ im Sinne des Art. 4 Nr. 8 DSGVO —
Der AVV konkretisiert die datenschutzrechtlichen Pflichten der Parteien für die Verarbeitung personenbezogener Daten, die der Auftragsverarbeiter im Rahmen des zugrunde liegenden Hauptvertrages (Nutzung der Plattform SauerlandAI, vgl. AGB) im Auftrag des Verantwortlichen durchführt.
Gegenstand des Auftrags ist die Verarbeitung personenbezogener Daten durch den Auftragsverarbeiter zur Erbringung der im Hauptvertrag vereinbarten Leistungen der Plattform SauerlandAI. Dazu gehören insbesondere der KI-gestützte Unternehmens-Chat, die Verarbeitung und Auswertung hochgeladener Dokumente, die Wissens- und Dokumentensuche sowie die Bereitstellung von Nutzerkonten, Protokollierung und Abrechnung.
Die Dauer dieses AVV entspricht der Laufzeit des Hauptvertrages. Der AVV endet automatisch mit dessen Beendigung, ohne dass es einer gesonderten Kündigung bedarf.
Der Verantwortliche kann den AVV und den Hauptvertrag jederzeit fristlos kündigen, wenn der Auftragsverarbeiter schwerwiegend gegen Vorschriften der DSGVO oder gegen Bestimmungen dieses Vertrages verstößt, eine Weisung des Verantwortlichen nicht ausführt oder eine Kontrolle rechtswidrig verweigert.
Erheben, Erfassen, Organisieren, Speichern, Anpassen, Auslesen, Abfragen, Verwenden, Übermitteln innerhalb der eigenen Systemumgebung, Einschränken, Löschen und Vernichten von personenbezogenen Daten — ausschliesslich, soweit dies zur Leistungserbringung erforderlich ist.
Keine Zweckänderung: Der Auftragsverarbeiter verwendet die Inhalte des Verantwortlichen nicht zu eigenen Zwecken. Insbesondere werden Inhalte, Dokumente und Chat-Eingaben des Verantwortlichen nicht zum Training von KI-Modellen verwendet und nicht an externe Anbieter von KI-Modellen weitergegeben.
Gegenstand der Verarbeitung sind folgende Datenarten:
| Datenart | Beispiele |
|---|---|
| Nutzer- und Kontaktdaten | Name, dienstliche E-Mail-Adresse, Benutzerkennung, Rolle/Berechtigung |
| Authentifizierungsdaten | Passwort-Hashes, Sitzungskennungen, Anmeldezeitpunkte |
| Inhaltsdaten | Chat-Eingaben und -Antworten, hochgeladene Dokumente und deren Inhalte, Notizen, Feedback |
| Nutzungs- und Metadaten | Zeitstempel, aufgerufene Funktionen, Umfang der Verarbeitung (für die Abrechnung) |
| Technische Verbindungsdaten | IP-Adresse, Browser-/Gerätekennung in Sicherheitsprotokollen |
| Besondere Kategorien (Art. 9 DSGVO) | Nicht Gegenstand des Auftrags. Der Verantwortliche stellt sicher, dass er keine Daten besonderer Kategorien einstellt, sofern dies nicht ausdrücklich gesondert vereinbart und durch zusätzliche Massnahmen abgesichert wurde. |
Welche Inhaltsdaten konkret verarbeitet werden, bestimmt allein der Verantwortliche durch die Auswahl der Inhalte, die er in die Plattform einstellt.
Der Auftragsverarbeiter verarbeitet personenbezogene Daten ausschliesslich auf dokumentierte Weisung des Verantwortlichen. Dies gilt auch für die Übermittlung personenbezogener Daten an ein Drittland oder eine internationale Organisation.
Die Weisungen werden durch diesen Vertrag und den Hauptvertrag festgelegt und können vom Verantwortlichen in Textform (z.B. E-Mail) geändert, ergänzt oder ersetzt werden. Mündliche Weisungen sind unverzüglich in Textform zu bestätigen. Weisungsbefugte und weisungsempfangende Personen sind von den Parteien zu benennen [vom Betreiber und Kunden zu ergänzen].
Ist der Auftragsverarbeiter der Auffassung, dass eine Weisung gegen die DSGVO oder andere Datenschutzbestimmungen verstößt, informiert er den Verantwortlichen unverzüglich (Art. 28 Abs. 3 Satz 3 DSGVO). Er ist berechtigt, die Ausführung der betreffenden Weisung bis zu deren Bestätigung oder Änderung auszusetzen.
Ist der Auftragsverarbeiter nach Unionsrecht oder dem Recht eines Mitgliedstaats zu einer Verarbeitung verpflichtet, teilt er dem Verantwortlichen diese rechtliche Anforderung vor der Verarbeitung mit, sofern das betreffende Recht eine solche Mitteilung nicht wegen eines wichtigen öffentlichen Interesses verbietet.
Der Auftragsverarbeiter trifft geeignete technische und organisatorische Massnahmen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten. Die Massnahmen sind in Anlage 1 beschrieben.
Private Kernverarbeitung mit technischem Freigabegate: Inhaltsdaten dürfen nur über einen konfigurierten und authentisierten privaten Transport an Modellworker übermittelt werden. Zugelassen sind ausschliesslich TLS, ein WireGuard-Tunnel, ein Dienst auf demselben Rechner oder ein vom Auftragsverarbeiter ausdrücklich erklärtes eigenes Netz. Ohne einen dieser Wege und ohne Service-Authentisierungsnachweis muss die Verarbeitung geschlossen fehlschlagen. Beim erklärten eigenen Netz erfolgt die Übertragung zwischen Anwendung und Modellworker unverschlüsselt innerhalb dieses Netzes; die Authentisierung des Modellworkers bleibt erforderlich. Welcher dieser Wege eingesetzt wird sowie der konkrete Betriebs- und Housing-Standort werden im kundenspezifisch vervollständigten Vertrag benannt.
Die serverseitige Verschlüsselung ist keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Optionale Web-Recherche, Zahlungsabwicklung, E-Mail und weitere Hilfsdienste sind eigenständige Datenflüsse; Empfänger, Rollen, Orte und eine etwaige Drittlandgrundlage müssen in Anlage 2 für den konkreten Vertrag vollständig benannt werden.
Der Auftragsverarbeiter darf die Massnahmen im Laufe des Vertragsverhältnisses fortentwickeln. Das vereinbarte Schutzniveau darf dabei nicht unterschritten werden. Wesentliche Änderungen sind zu dokumentieren und dem Verantwortlichen auf Anfrage mitzuteilen.
Die private KI-Kernverarbeitung und die optionale Web-Recherche sind getrennte Datenflüsse. Bei ausdrücklich aktivierter Web-Recherche kann eine begrenzte Suchanfrage an konfigurierte Dienste wie SearXNG, Brave Search oder DuckDuckGo sowie an aufgerufene Zielseiten übermittelt werden. Diese Funktion ist derzeit nicht für Geschäftsgeheimnisse freigegeben. Die konkret eingesetzten Empfänger und deren Rollen müssen vor Vertragsschluss in Anlage 2 stehen.
Die vollständige, jeweils gültige Liste der genehmigten Unterauftragsverarbeiter — einschliesslich unterstützender Leistungen wie Rechenzentrums-/Housing-Dienstleistung, Zahlungsabwicklung oder E-Mail-Versand — ist in Anlage 2 geführt.
Der Verantwortliche erteilt dem Auftragsverarbeiter die allgemeine schriftliche Genehmigung, weitere Unterauftragsverarbeiter hinzuzuziehen. Der Auftragsverarbeiter informiert den Verantwortlichen über jede beabsichtigte Änderung in Bezug auf die Hinzuziehung oder Ersetzung eines Unterauftragsverarbeiters mindestens 30 Tage im Voraus in Textform. Der Verantwortliche kann einer Änderung innerhalb von 14 Tagen nach Zugang der Information aus wichtigem datenschutzrechtlichem Grund widersprechen. Im Fall eines begründeten Widerspruchs, der nicht einvernehmlich ausgeräumt werden kann, ist der Verantwortliche zur ausserordentlichen Kündigung des betroffenen Leistungsteils berechtigt.
Der Auftragsverarbeiter unterstützt den Verantwortlichen mit geeigneten technischen und organisatorischen Massnahmen dabei, Anträge betroffener Personen auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Datenübertragbarkeit und Widerspruch zu beantworten. Wendet sich eine betroffene Person direkt an den Auftragsverarbeiter, leitet dieser das Anliegen unverzüglich an den Verantwortlichen weiter und beantwortet es nicht selbst.
Der Auftragsverarbeiter unterstützt den Verantwortlichen unter Berücksichtigung der Art der Verarbeitung und der ihm zur Verfügung stehenden Informationen bei:
Der Auftragsverarbeiter stellt dem Verantwortlichen auf Anfrage die hierfür erforderlichen Informationen zu Verarbeitungstätigkeiten, Systemumgebung und Schutzmassnahmen zur Verfügung.
Der Auftragsverarbeiter meldet dem Verantwortlichen jede Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten unverzüglich nach Bekanntwerden, spätestens innerhalb von 48 Stunden, in Textform. Die Meldung enthält, soweit verfügbar:
Die Meldung an die Aufsichtsbehörde und die Benachrichtigung betroffener Personen bleiben Aufgabe des Verantwortlichen.
Ort und Rolle jedes Datenflusses werden im vervollständigten Vertrag und in Anlage 2 ausgewiesen. Die private Kernverarbeitung ist für kontrollierte Infrastruktur in Deutschland vorgesehen und darf erst nach dem technischen Transportgate produktiv freigegeben werden. Eine Verarbeitung in einem Drittland oder durch eine internationale Organisation erfolgt nur, wenn die Voraussetzungen des Kapitels V DSGVO erfüllt und die erforderlichen Weisungen und Garantien dokumentiert sind.
Optionale Web-Recherche und Zahlungsabwicklung sind nicht Teil dieses privaten Modellpfads. Inhaltsdaten dürfen nicht an externe Modellprovider übermittelt werden; Such- und Zahlungsdaten richten sich nach dem jeweils dokumentierten, freigegebenen Datenfluss.
Die folgenden Massnahmen beschreiben das Schutzkonzept der Plattform SauerlandAI. Die Angaben sind bewusst ohne Details zur inneren Systemarchitektur gehalten; vertiefte Nachweise werden im Rahmen von § 13 auf Anfrage bereitgestellt.
| Bereich | Massnahme |
|---|---|
| Zutrittskontrolle | Verarbeitung in gesicherten Räumlichkeiten bzw. einem gesicherten Rechenzentrum in Deutschland; Zutritt nur für berechtigte Personen, dokumentierte Schlüssel-/Zutrittsverwaltung |
| Zugangskontrolle | Persönliche Benutzerkonten, Passwort-Richtlinie, Speicherung von Passwörtern ausschliesslich als Hash, automatische Sitzungsbeendigung, gesicherter Fernzugriff für Administration |
| Zugriffskontrolle | Rollen- und rechtebasierte Zugriffssteuerung nach dem Need-to-know-Prinzip, getrennte Administrations- und Nutzerrollen, Protokollierung administrativer Zugriffe |
| Trennungskontrolle | Mandantentrennung: Inhalte, Dokumente und Wissensbasen verschiedener Kunden sind logisch getrennt; Zugriff nur im eigenen Mandantenkontext |
| Pseudonymisierung | Trennung von Inhalts- und Identifikationsdaten, wo dies fachlich möglich ist; Datensparsamkeit in Protokollen |
| Keine Weitergabe an KI-Anbieter | Modellauswertung, Einbettung und Reranking laufen auf eigener Infrastruktur; keine Übermittlung von Inhalten an externe KI-Dienste; keine Nutzung von Kundeninhalten für Modelltraining |
| Bereich | Massnahme |
|---|---|
| Weitergabekontrolle | Transportverschlüsselung (HTTPS/TLS) für alle Zugriffe; kein Versand von Kundeninhalten an Dritte |
| Eingabekontrolle | Protokollierung sicherheitsrelevanter Ereignisse (Anmeldung, Rechteänderung, Löschvorgänge) mit Zeitstempel und Benutzerbezug |
| Änderungskontrolle | Versionierte Softwareänderungen, Prüfung vor Übernahme in den Produktivbetrieb, Rückrollmöglichkeit |
| Bereich | Massnahme |
|---|---|
| Verfügbarkeitskontrolle | Regelmäßige Datensicherung, Überwachung der Dienste, Alarmierung bei Störungen, unterbrechungsfreie Stromversorgung und Klimatisierung im Rechenzentrum |
| Wiederherstellbarkeit | Dokumentiertes Wiederherstellungsverfahren aus Datensicherungen; regelmäßige Prüfung der Wiederherstellbarkeit |
| Belastbarkeit | Lastüberwachung, Begrenzung paralleler Anfragen, Schutz gegen Überlastung und Missbrauch |
| Unterauftragsverarbeiter | Leistung / Zweck | Ort der Verarbeitung | Status |
|---|---|---|---|
| — | Private KI-Modellauswertung, Einbettung (Embedding), Reranking, Vektorsuche und Dokumentenverarbeitung; optionale Web-Recherche ausgenommen | [konkreten Betriebs-/Housing-Standort vor Vertragsschluss ergänzen] | Nur nach aktuellem Transport- und Service-Authentisierungsgate freigegeben |
| [vom Betreiber zu ergänzen] | Rechenzentrums-/Housing-Leistung, soweit Infrastruktur nicht in eigenen Räumlichkeiten betrieben wird | Deutschland | Vor produktivem Einsatz zu benennen und vertraglich zu binden |
| PayPal [konkrete Gesellschaft und Rolle ergänzen] | Zahlungsabwicklung für Guthabenaufladungen (Verarbeitung von Zahlungs-, nicht von Inhaltsdaten) | [zu ergänzen] | Bereits als Zahlungsweg vorgesehen; Gesellschaft, Rolle, Ort und Rechtsgrundlage vor Vertragsschluss zu vervollständigen |
| SearXNG / Brave Search / DuckDuckGo [tatsächlich aktivierte Dienste ergänzen] | Optionale Web-Recherche nach sichtbarer Aktivierung; keine Freigabe für Geschäftsgeheimnisse | [je Dienst zu ergänzen] | Nur aktivierte Empfänger mit Rolle, Datenkategorien, Ort und Drittlandgrundlage aufnehmen |
| [vom Betreiber zu ergänzen] | E-Mail-Versand für Systembenachrichtigungen, soweit eingesetzt | [zu ergänzen] | Vor produktivem Einsatz zu benennen |
Die jeweils aktuelle Fassung dieser Anlage wird dem Verantwortlichen auf Anfrage in Textform zur Verfügung gestellt. Änderungen richten sich nach § 9.2.
Unternehmenskunden, die SauerlandAI zur Verarbeitung personenbezogener Daten einsetzen, benötigen einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Bis zur Vervollständigung erhalten Sie einen prüffähigen, nicht rechtsverbindlichen Entwurf unter:
E-Mail: datenschutz@lokale.it
Betreff: AVV-Anfrage — SauerlandAI
Anbieter: skillbox.nrw GmbH, Lars Malkus, Werdohl
Bitte nennen Sie Firma, Anschrift, vertretungsberechtigte Person und den geplanten Einsatzbereich. Ein unterschriftsreifes Exemplar steht erst nach vervollständigter Providerliste, bestätigten Datenflüssen und anwaltlicher Freigabe bereit. Diese Webseite dient der Vorabinformation und ersetzt das unterzeichnete Vertragsexemplar nicht.